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Orecchiette Rezept mit Stängelkohl und Olivenöl

Orecchiette Rezept mit Stängelkohl: das Original aus Süditalien

1 September 2026
admin

Orecchiette Rezept mit Stängelkohl und Olivenöl

Das klassische Orecchiette Rezept aus Süditalien besteht aus nur fünf Zutaten: Orecchiette, Stängelkohl (cime di rapa), Knoblauch, Sardellen und sehr gutem nativem Olivenöl extra. Pasta und Gemüse garen gemeinsam in einem Topf, das Öl kommt roh dazu – fertig ist das Gericht in gut zwanzig Minuten.

Ich bin Giuliano Conforti und schreibe aus San Giorgio Albanese in der Provinz Cosenza, wo wir als Tenute Conforti Carolea-Oliven anbauen und pressen. Orecchiette mit Stängelkohl ist eigentlich ein apulisches Gericht, aber es steht in ganz Süditalien auf dem Tisch, auch bei uns in Kalabrien – nur dass wir eine getrocknete Peperoncino dazugeben und manchmal die Sardellen weglassen. Es ist ein armes Gericht, und genau deshalb entscheidet die Qualität jeder einzelnen Zutat.

In diesem Orecchiette Rezept zeige ich Ihnen, welches Gemüse Sie in Deutschland statt cime di rapa nehmen können, wie Sie es putzen, ohne den halben Bund wegzuwerfen, wie das Zusammengaren funktioniert und warum das Öl erst am Schluss in die Pfanne gehört. Am Ende beantworte ich die Fragen, die mir dazu am häufigsten gestellt werden.

Was cime di rapa sind – und was Sie in Deutschland kaufen

Cime di rapa sind die Blütentriebe von Brassica rapa, also ein naher Verwandter von Kohl und Rübe. In Kampanien heißen sie friarielli, in Latium broccoletti, in Apulien einfach cime. Im Deutschen sagt man Stängelkohl oder Rübstiel, im Handel finden Sie sie oft unter dem italienischen Namen oder als Rapini. Es ist ein Wintergemüse: Saison ist von Oktober bis April, am besten zwischen Dezember und Februar.

Charakteristisch ist die feine Bitternote, die zusammen mit dem Knoblauch und der Schärfe den Reiz des Gerichts ausmacht. Wer keine cime di rapa bekommt – und in vielen deutschen Städten ist das die Regel – nimmt Brokkoli mit Stiel, Stielmus, Grünkohl oder Rübstiel. Am nächsten kommt die Mischung aus Brokkoliröschen und ein paar Blättern Grünkohl, weil sie süße und bittere Anteile verbindet.

Beim Einkauf achte ich auf feste, dunkelgrüne Stiele und geschlossene Blütenknospen. Gelbe, offene Blüten bedeuten, dass das Gemüse zu alt ist und deutlich bitterer schmeckt. Rechnen Sie großzügig: Von einem Kilo Rohware bleibt nach dem Putzen etwa die Hälfte übrig.

Stängelkohl putzen ohne Verluste

Der häufigste Anfängerfehler ist, alles außer den Knospen wegzuwerfen. Das ist schade und unnötig. Brechen Sie die zarten Triebspitzen mit den kleinen Blättern ab – die kommen komplett in den Topf. Die dickeren Stiele schneiden Sie in Stücke und schälen sie mit dem Sparschäler; darunter sitzt zartes, süßliches Fleisch, das genauso gut schmeckt.

Wirklich weg müssen nur die holzigen Stielenden und vergilbte Blätter. Danach waschen Sie alles in reichlich kaltem Wasser und lassen es gut abtropfen. Ein Bund von 1,2 bis 1,5 Kilogramm ergibt so bequem vier Portionen.

Aufbewahren lässt sich Stängelkohl zwei bis drei Tage im Kühlschrank, locker in ein feuchtes Tuch gewickelt. Danach wird er zäh und bitter. Blanchiert und portionsweise eingefroren hält er dagegen Monate – praktisch, wenn Sie einmal einen großen Bund erwischen.

Zutaten für 4 Personen

Zutat Menge Hinweis
Orecchiette 400 g frisch aus Hartweizengrieß oder bronzegezogen getrocknet
Cime di rapa / Stängelkohl 1,2-1,5 kg roh ergibt rund 700 g geputzt
Sardellenfilets in Öl 4 Stück für die vegetarische Variante weglassen
Knoblauch 2 Zehen angedrückt, nicht gehackt
Peperoncino 1 Stück frisch oder getrocknet
Natives Olivenöl extra 6-8 EL fruchtig, roh zugegeben
Grobes Salz nach Bedarf für das Nudelwasser
Altbackenes Brot 2 Scheiben für die geröstete Brotkrume

Mehr braucht dieses Orecchiette Rezept nicht – und mehr verträgt es auch nicht. Parmesan gehört traditionell nicht dazu – die geröstete Brotkrume, im Süden mollica genannt, übernimmt seine Rolle und war jahrhundertelang der Käse der armen Leute.

Orecchiette Rezept: Schritt für Schritt

  1. Wasser aufsetzen: Einen hohen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen bringen und erst beim Sprudeln kräftig mit grobem Salz salzen.
  2. Brotkrume rösten: Das altbackene Brot mit den Händen zerbröseln und in einer Pfanne mit einem Schuss Olivenöl goldbraun rösten. Beiseitestellen.
  3. Soffritto ansetzen: In einer weiten Pfanne die angedrückten Knoblauchzehen, den Peperoncino und die Sardellenfilets bei milder Hitze in etwas Öl auflösen. Die Sardellen zerfallen fast vollständig – das ist gewollt.
  4. Gemüse garen: Die Stängelkohlstücke ins kochende Salzwasser geben und drei bis vier Minuten vorgaren.
  5. Pasta dazu: Die Orecchiette in denselben Topf geben und zusammen mit dem Gemüse bissfest kochen. Ein Becher Kochwasser wird abgeschöpft und beiseitegestellt.
  6. Zusammenführen: Alles abgießen, in die Pfanne zum Soffritto geben und ein bis zwei Minuten bei mittlerer Hitze schwenken. Mit etwas Kochwasser eine sämige Verbindung herstellen.
  7. Roh abrunden: Die Pfanne vom Feuer nehmen, drei bis vier Esslöffel natives Olivenöl extra roh darübergeben, durchschwenken und mit der Brotkrume bestreuen.

Gesamtzeit: rund 25 Minuten. Das Gericht wartet nicht – servieren Sie es sofort, solange die Brotkrume noch knusprig ist.

Warum das Olivenöl das Gericht entscheidet

In diesem Orecchiette Rezept aus fünf Zutaten ist das Öl keine Nebensache, sondern eine der Hauptzutaten. Ein fruchtiges, leicht scharfes natives Olivenöl extra bringt genau die Bitter- und Schärfenoten mit, die zum Stängelkohl passen, und bindet Gemüse und Pasta zu einer Sauce, ohne dass Sahne oder Butter nötig wären.

Entscheidend ist, dass ein Teil des Öls roh dazukommt. Beim Erhitzen verflüchtigen sich die Aromastoffe, die für Frische und Pfeffrigkeit sorgen. Ich nehme deshalb einen Teil zum Anschwitzen und den größeren Teil erst am Ende, außerhalb der Hitze. Wie sich Olivenöl beim Erhitzen verhält, habe ich im Beitrag Olivenöl zum Braten genauer beschrieben.

Unsere Carolea-Oliven ernten wir zwischen Oktober und November und mahlen sie kalt am selben Tag – genau in der Saison, in der auch der Stängelkohl auf den Markt kommt. Das native Olivenöl extra aus dieser Ernte passt zu diesem Gericht wie kein anderes. Dass eine gemüse- und olivenölbetonte Kost auch ernährungsphysiologisch sinnvoll ist, belegt unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Orecchiette selber machen

Echte Orecchiette bestehen nur aus zweifach gemahlenem Hartweizengrieß und lauwarmem Wasser, ohne Ei. Als Ausgangsverhältnis nehmen Sie hundert Gramm Grieß auf fünfzig Milliliter Wasser und korrigieren dann mit den Händen, weil der Grieß je nach Luftfeuchtigkeit unterschiedlich viel aufnimmt. Der Teig muss glatt und ziemlich fest sein.

Rollen Sie daumendicke Stränge, schneiden Sie kleine Stücke ab und ziehen Sie jedes Stück mit einem stumpfen Messer über das Brett, bis es sich einrollt. Dann stülpen Sie es über die Daumenkuppe – fertig ist das Öhrchen, das dem Gericht seinen Namen gibt. Das kostet Übung, aber nach zwanzig Stück haben Sie den Dreh raus.

Wenn Sie kaufen: Achten Sie auf Bronzeziehung. Die raue Oberfläche hält die Sauce fest, und in einem so schlichten Orecchiette Rezept merkt man diesen Unterschied sofort. Frische Orecchiette brauchen vier bis sechs Minuten, getrocknete zehn bis zwölf.

Kalabrische Varianten

Bei uns in Kalabrien landet fast immer Peperoncino im Topf, oft auch ein Löffel scharfe Streichwurst, die in der Pfanne schmilzt und dem Gericht Tiefe gibt. Wer es vegetarisch mag, lässt Sardellen und Wurst weg und erhöht dafür Knoblauch und Brotkrume – das Ergebnis ist erstaunlich vollmundig.

Eine zweite Variante ersetzt einen Teil des Stängelkohls durch Brokkoli und gibt zum Schluss geröstete Mandeln oder Walnüsse dazu. Und wer Bitterkeit nicht mag, blanchiert das Gemüse kurz vor und gießt das erste Wasser weg; das nimmt einen Teil der Bitterstoffe, kostet aber auch Aroma.

Dazu trinken wir einen einfachen kalabrischen Rotwein oder Wasser. Als Vorspeise passen Oliven und ein paar italienische Antipasti, danach reicht Obst – mehr braucht ein Wintersonntag nicht.

Orecchiette Rezept: Nährwerte, Zeit und Planung

Eine Portion dieses Gerichts liegt bei etwa 550 bis 600 Kilokalorien, je nachdem, wie großzügig Sie mit dem Öl umgehen. Rund 100 Gramm Pasta, knapp 180 Gramm geputztes Gemüse und zwei Esslöffel Olivenöl pro Person ergeben eine vollständige Hauptmahlzeit mit reichlich Ballaststoffen, Folsäure und einfach ungesättigten Fettsäuren – ohne tierisches Fett und ohne Sahne.

Zeitlich rechne ich mit zehn Minuten fürs Putzen, fünf fürs Vorbereiten von Brotkrume und Soffritto und zehn fürs Garen. Wer Gäste hat, kann Gemüse putzen und Brotkrume rösten problemlos zwei Stunden vorher erledigen; nur das Zusammenführen in der Pfanne muss unmittelbar vor dem Servieren passieren.

Das Orecchiette Rezept lässt sich gut verdoppeln, aber nicht beliebig: Ab acht Portionen brauchen Sie zwei Pfannen, sonst dämpft die Pasta statt zu schwenken. Reste schmecken am nächsten Tag lauwarm aus der Pfanne noch gut, verlieren aber die Knusprigkeit der Brotkrume – die röste ich dann einfach frisch nach.

Fehler, die das Gericht ruinieren

Beim Orecchiette Rezept ist der erste Fehler zu wenig Gemüse. Das Verhältnis stimmt erst, wenn nach dem Putzen fast so viel Stängelkohl wie Pasta übrig bleibt; sonst wird aus dem Gericht Pasta mit ein bisschen Grünzeug. Der zweite Fehler ist gehackter Knoblauch, der in der Pfanne verbrennt und bitter wird – angedrückte Zehen geben Aroma ab und lassen sich hinterher entfernen.

Der dritte Fehler ist, das ganze Öl in der Pfanne zu erhitzen. Damit verlieren Sie genau die Frische, für die Sie ein gutes Öl gekauft haben. Der vierte ist zu langes Garen: Wird der Stängelkohl matschig, verliert er Farbe und Biss, und die Bitternote kippt ins Unangenehme.

Und schließlich: Kein Käse. Ich weiß, dass die Versuchung groß ist, aber Parmesan überdeckt die feine Bitterkeit vollständig. Die geröstete Brotkrume liefert dieselbe Textur und lässt dem Gemüse den Vortritt.

Häufige Fragen

Kann man tiefgekühlten Stängelkohl verwenden?

Ja, tiefgekühlte cime di rapa funktionieren gut und sind in Deutschland oft die einzige verlässliche Quelle. Geben Sie sie gefroren direkt ins kochende Salzwasser und rechnen Sie mit ein bis zwei Minuten weniger Garzeit. Der Geschmack ist etwas milder, die Struktur weicher als bei frischer Ware.

Warum werden die Orecchiette bitter?

Meist weil das Gemüse zu alt war, die Blüten schon geöffnet waren oder der Knoblauch in der Pfanne verbrannt ist. Kaufen Sie geschlossene Knospen, drücken Sie den Knoblauch nur an und lassen Sie ihn nicht braun werden. Ein kurzes Vorblanchieren nimmt zusätzlich Bitterstoffe.

Frische oder getrocknete Orecchiette?

Beides ist richtig. Frische Orecchiette aus Hartweizengrieß sind weicher und saugen die Sauce stärker auf, getrocknete bronzegezogene bleiben bissfester und halten die Form besser. Für dieses Orecchiette Rezept nehme ich getrocknete, wenn ich wenig Zeit habe, und frische, wenn Gäste kommen.

Kann man Pasta und Gemüse zusammen kochen?

Ja, das ist sogar die traditionelle Methode. Der Stängelkohl kommt drei bis vier Minuten vor der Pasta ins Wasser, dann garen beide gemeinsam fertig. Das spart einen Topf und gibt der Pasta einen Teil des Gemüsearomas mit.

Welches Olivenöl passt zu diesem Gericht?

Ein fruchtiges natives Olivenöl extra mit deutlicher, aber nicht aggressiver Schärfe. Es muss gegen die Bitterkeit des Gemüses bestehen können, ohne sie zu übertönen. Ein Teil wird zum Anschwitzen erhitzt, der größere Teil roh am Ende zugegeben.

Wie bewahrt man cime di rapa nach dem Einkauf auf?

Locker in ein feuchtes Tuch gewickelt halten sie im Gemüsefach zwei bis drei Tage. Danach werden die Stiele zäh und der Geschmack bitterer. Für längere Lagerung blanchieren Sie das geputzte Gemüse zwei Minuten, schrecken es ab und frieren es portionsweise ein.

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